
So gelingt dein Einkauf auf dem Wochenmarkt
Im Mittelalter und weit darüber hinaus waren Wochenmärkte die beste – und in der Regel einzige – Möglichkeit, an Notwendiges für den Alltag zu kommen. Lokale Händler priesen ihre Ware an, die Bevölkerung konnte so gezielt einkaufen. An diesem Konzept hat sich nichts geändert, nur kann es für die einen oder anderen etwas befremdlich wirken. Das hat in erster Linie mit unserem Einkaufsverhalten zu tun. Der Supermarkt ums Eck hat schliesslich alles zu jeder Zeit verfügbar. Und dennoch lohnt sich der Bummel über den Wochenmarkt – er will nur geübt sein.
Warum überhaupt auf einem Wochenmarkt einkaufen?
Auf dem Wochenmarkt kannst du davon ausgehen, dass die Ware, die du kaufst, aus der Umgebung stammt, frisch und meist nicht behandelt ist. Zudem ist die Auswahl gerade bei Gemüse, Obst und Früchten oft um einiges vielfältiger. Auch Fleisch und andere Tierprodukte sind generell transparenter deklariert. Zugegeben, auch im gewöhnlichen Laden kriegst du frische, regionale und faire Produkte – aber eben nicht immer. Das sind aber längst nicht alle Vorteile eines Markts, später mehr dazu. Zuerst geht es aber an die Planung.
Schreib dir einen Einkaufszettel
Das Prinzip eines Wochenmarkts ist einfach: lokal und saisonal. Im Dezember wirst du dort keine Tomaten finden, so, wie du im Sommer wahrscheinlich kaum exotische Früchte angeboten bekommst. Daher ist es wichtig, dass du dich vorab informierst, was alles Saison hat. Überlege dir, was du kochen möchtest oder welche Vorräte daheim zur Neige gehen. So kannst du gezielt einkaufen gehen und hast den ersten grossen Schritt getan.
Das Timing für deinen Marktbesuch
Bevor du losziehst, musst du wissen, wann und wo die Marktstände sind. Meist findest du auf den Websites deiner Wohngemeinde Details darüber. Quasi jede Stadt hat einen Markt – wohnst du auf dem Land, so musst du eventuell ein bisschen Anreise in Kauf nehmen. Samstag ist ein beliebter Tag. Zeitlich beginnen Wochenmärkte sehr früh, oft bereits um 6 Uhr. Willst du die volle Auswahl, dann sei ebenfalls früh vor Ort. Beim Markt gilt: Es hat, solange es hat. Viele Händler reduzieren ihre letzte Ware gegen Marktschluss. Das wiederum ist ein guter Zeitpunkt für Schnäppchen.
Lass dich bedienen und zahle bar
Konkret einkaufen funktioniert an einem Marktstand anders als im Supermarkt. Generell besteht keine Selbstbedienung. Du sagst der Händlerin oder dem Händler, was du gerne hättest, und bekommst es dann gegen Bezahlung. Der kleine Bauernbetrieb aus der Region nimmt höchstwahrscheinlich Bargeld, halte also genug Cash im Portemonnaie bereit. Mittlerweile wird auch oft Twint akzeptiert, Kartenzahlungen sind selten.
Optimiere deine Logistik
Auf einem Wochenmarkt werden Produkte in aller Regel unverpackt angeboten. Mach dir deshalb Gedanken zum Transport. Eine Tasche oder ein Rucksack ist sinnvoll. Je nach Einkaufsliste kannst du auch leere Behälter und Flaschen, Eierkartons, Kühlelemente und dergleichen mitnehmen. Und wenn du deine akribische Planung abgeschlossen hast, dann lass noch ein bisschen Raum für Nebensächliches übrig. Auf einem Markt kannst du nämlich super entschleunigen.
Vergiss die Uhr und geniesse den Moment
Ein Marktbesuch ist Erlebnis und soziales Zusammenkommen zugleich. Nimm dir Zeit, lass dich vom Angebot inspirieren. Schau auch mal bei den Ständen vorbei, die du nicht per se anvisieren musst, und halte inne, um mit anderen Besuchenden sowie Händlerinnen und Händlern ins Gespräch zu kommen. Und ganz wichtig: Zum Marktbummel gehört auch (fast) immer eine Kaffeepause in einem nahe gelegenen Lokal.